Verkehr in Deutschland
Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Fahrtleistung der Verkehrsmittel in Deutschland, angegeben in Milliarden Personenkilometern. Das Auto wird hierbei zusammen mit den sehr geringen Anteilen an Krafträdern zum so genannten motorisierten Individualverkehr (MIV) zusammengefasst. Der Begriff öffentlicher Straßenpersonenverkehr (ÖSPV) umfasst Busse, Straßen- und U-Bahnen.
Gründe für den hohen Anteil des Autos
Die Gründe für den dominanten Anteil des Autos an der Verkehrsleistung sind vielfältig, reichen weit zurück und hängen eng miteinander zusammen.
- Die städte- und regionalplanerische Entwicklung der Infrastruktur war weitestgehend auf das Auto ausgerichtet. Bei Nutzungskonflikten z.B. zwischen ÖPNV und dem Auto oder dem Auto- und dem Fahrradverkehr wurde meist zu Gunsten des Autos entschieden.
- Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg ermöglicht es, dass immer mehr BürgerInnen sich ein Auto leisten konnten.
- Durch den Bevölkerungszuwachs und die steigende Anzahl an Autos wurden die Städte für viele Leute aufgrund steigender ökologischer und sozialer Probleme unattraktiv und sie flüchteten aufs Grüne. Zudem wollten viele Menschen eine größere Wohnung, was in den dicht bebauten Städten nicht möglich war. Ein Großteil ihrer Aktivitäten wie Arbeit und Einkaufen wurde aber weiterhin in der Stadt erledigt, von daher steigerte dies den Autoverkehr, da im Grünen auch teilweise kein angemessener Anschluss an Bus und Bahn bestand.
- Dies wurde noch durch politische Maßnahmen wie die Ausweisung von Bauflächen und auf Bundesebene die Pendlerpauschale und die Eigenheimzulage begünstigt.
- Durch die obigen Ausführungen, entwickelte sich ein starker Auto-bezogener Wirtschaftszweig. Eine Vielzahl von Arbeitsplätzen hängt direkt oder indirekt mit dem Auto zusammen. Dementsprechend ist eine große Lobby vorhanden.
- Aufgrund von Internationalisierung, industrieller Arbeitsteilung sowie einigen wirtschaftlichen Abschwüngen und anderen Faktoren der vergangenen Jahre, mussten viele Arbeitnehmer ein Stelle annehmen, die weit entfernt von ihrem familiären Umfeld ist. Dieser tägliche Pendlerverkehr wird meistens mit dem Auto erledigt.
- Für Einige ist das Auto nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern erfüllt noch weitere Funktionen: Statussymbols, Lebensgefühl, Freiheitsdrang, . . .
- Durch die jahrelange Nutzung des Automobils ist eine Gewöhnung entstanden, welche die Nutzung von Alternativen, auch wenn diese kostengünstiger und praktischer sind, als nicht mehr möglich erscheinen läßt.
- Jahrelang machte man sich keine Gedanken über eine eventuelle Endlichkeit von Erdölvorräten. Forschung und Weiterentwicklung von Alternativen zum Auto bzw. alternative Treibstoffe wurden deshalb vernachlässigt.





